Gerade zu Weihnachten trifft man immer wieder auf Orangeat oder Zitronat, da es in vielen verschiedenen Gebäcken genutzt wird. Die bekanntesten dabei sind vermutlich der Christstollen und der Lebkuchen.

Und gerade weil diese Zutat so essentiell ist, finde ich persönlich es schade, wenn man sich dann industriell gefertigtes Orangeat aus dem Supermarkt holt. Denn Orangeat ist, wenn man ein wenig Zeit und Gedult mitbringt, sehr einfach selber herzustellen und braucht nur zwei Zutaten: Bio-Orangen und Zucker.

Zugegebener maßen war ich bisher auch immer wieder vom vermeintlichen Aufwand abgeschreckt, die Schalen ordentlich sauber zu machen, aber in diesen Rezept zeig ich dir, wie du mühelos Orangenschalen mit weißen Fleisch verarbeiten kannst.

Du schälst also quasi nur noch die Orange und los gehts – eigentlich ganz easy oder?Zutaten selbstgemachtes Orangeat

 

Portionen

ca. 500g


Zutaten

2 große Bio-Orangen
Zucker

Zubereitung

 

1. Die Orangen schälen und das weiße Fleisch an der Schale lassen.

2. Die Schalen in kleine Stücke schneiden.

3. Nun die Schalenstücke zwei mal für ca. 3 min in Wasser köcheln, damit die Bitterstoffe verschwinden. Nach den ersten drei Minuten das Wasser durch frisches Wasser austauschen.

4. Nach dem Kochen die Schalen in einem Sieb abtropfen lassen und wiegen.

5. Dann die gleiche Menge Zucker mit den abgetropften Orangenschalen in einen Topf geben und ungefähr 100 – 150ml Wasser dazu geben.

Meine Faustregel:
Die Menge des Wassers ist abhängig von dem Gesamtgewicht der Schalen und des Zuckers. Für mich funktioniert 1/7 Wasser zum Gesamtgewicht – bei 500g Schalen und 500g Zucker wären es dann gut aufgerundet 150ml.

6. Alles kurz aufkochen lassen und dann für 1 Stunde bei niedriger Stufe einkochen lassen. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzufügen – es sollte immer eine kleine Fütze Flüssigkeit übrig bleiben.

7. Sobald die 1 Stunde vorbei ist, alles durch ein Sieb geben. Den Saft könnte man noch für Desserts weiterverwenden, wenn man möchte.

8. Die Orangenschalen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und zwei Stunden bei 60°C Umluft auf der mittleren Schiene trocknen lassen.

9. Gelegentlich die klebrigen Schalenstücke lockern und wieder breit auf dem Papier verteilen. Am Anfang ist das ziemlich klebrig, wird zum Ende aber immer einfacher.

10.Nach dem Trocknen im Ofen, die Schalenstücke auskühlen lassen und zur Lagerung mit etwas Zucker in ein Gefäß geben und schütteln, damit das Orangeat nicht aneinander kleben bleibt.

Bist du sicher mit den weißen Fleisch?

Viele Rezepte schreiben in der Tat vor, dass das Weiße an der Schale zu entfernen ist. Ich bin allerdings eher Freund von dieser Variante, da sie zeitsparender ist und durch das kochen am Anfang die Bitterstoffe schon gut ausgelöst werden.

Außerdem sind die Orangeat-Stücke dann schöner und weicher.

Weihnachten ist vorbei, was mach ich jetzt damit?

Orangeat ist glücklicherweise nicht nur zu Weihnachten zu gebrauchen. Du kannst es außerdem in Desserts oder Kuchen verwenden, um diesen ein leckeres Orangenaroma zu verleihen.

Auch ein bisschen Orangeat im Müsli ist gar nicht so abwegig und harmoniert super mit Mandeln oder anderen Nüssen. Hier aber bitte aufpassen: Orangeat besteht zur Hälfte aus Zucker, wer also auf seinen Zucker-Konsum achtet, sollte hier nicht zu großzügig sein.Orangeat einfach selber machen

Fandest du es schwer, Orangeat selber zu machen oder bist du überrascht, wie einfach das ging? Schreib es mir in die Kommentare!